Algotrading und Pusheraktien

zuletzt geändert am 14.02.2025

Es ist vielfach auffällig, dass in der Endphase von Pusheraktien, wenn deren Kurs nur mehr Cents beträgt, das Handelsvolumen massiv ansteigt.

Beispiel einer Pusheraktie mit verfallenem Kurs und massiv angestiegenem Handelsvolumen in der Endphase

Weder Privatplatzierungen noch das im Umlauf befindliche Aktienvolumen, Insidergeschäfte oder Pump & Dump-Aktionen liefern dafür eine Erklärung. Eine sehr plausible, wenngleich nicht beweisbare Erklärung liefert hingegen der Umstieg auf automatisierten Börsenhandel.

Aktienemittenten haben die Möglichkeit, den Handel mit ihrer Aktie auf automatisierte Prozesse umzustellen. Sie können
• einen Market Maker oder Liquidity Provider engagieren, wie ihn die TSXV z.B. anbietet,
• spezialisierte Market-Making-Firmen wie z. B. Canaccord Genuity oder Algo-Händler beauftragen oder
• eigene algorithmische Handelsstrategien implementieren,
um einen globalen – d.h. auf allen für die Emittenten relevanten Börsenplätzen – automatisierten Handel zu betreiben. Diese Dienstleistungen kann jedes börsennotierte Unternehmen direkt oder indirekt beauftragen.

Es gibt keine öffentlichen Daten, die belegen, dass algorithmischer Handel mit Pennystocks an der TSXV oder der CSE systematisch betrieben wird – aber es gibt auch keine Beweise dagegen. Und mangels anderer Optionen zur Erklärung, muss man von einer Umstellung des Handels auf automatisierte Prozesse ausgehen. Dieser Umstieg kann nicht nur Profit aus Provisionen der Market-Maker abwerfen, sondern macht hohes Marktinteresse glaubhaft und bringt trotz des Kurses im Cent-Bereich immer noch einigen Gewinn.

Anlegern bietet diese Phase der Aktie allerdings keine Chancen mehr. Wenn die Grafik von Aktien das typische Bild von oben zeigt, dann ist es der beste Hinweis, nicht anzulegen.