zuletzt geändert am 02.04.2025
Die Aktien-Auswertung zielt ausschließlich auf Aktien, deren Kurse gepusht sein könnten. Da Pushing einer Aktie auf Anhieb nicht anzusehen ist, sondern anfangs nur eine Vermutung darstellt, tauchen im PALEX auch Aktien auf, die keine Pusheraktien sind.
Die Auswertung der Aktien erfolgt regelbasiert und ist somit frei von subjektiver Wahrnehmung. Nur Meinung und Kommentar in Steckbriefen stellt meine freie Meinung dar. Sie ist in keiner Weise eine Empfehlung oder Beratung und es ist nicht garantiert, dass sie frei von Irrtümern oder Fehlern ist. Die Nutzung der Daten liegt ausschließlich in der Verantwortung der Leser.
PushScore
Zur Ermittlung des Pushverdachts genügt eine Analyse des Kursverlaufs samt Handelsvolumen, die Erhebung weniger Finanzdaten, die Ermittlung der Engagements von Akteuren sowie die Aktien-Auswertung der Medien. Alle vier Faktoren zusammen ergeben eine belastbare Einschätzung und sind im PushScore einer Aktie abgebildet. Je höher der PushScore, desto schlechter die Aktie. Bis rund 120 Punkte ist eine Aktie in der Regel pushfrei (Standard-Aktien), bis etwa 400 Punkte ist Pushing eher selten, ab 400 Punkte herrscht Pushing (Pusher-Aktien) und ab 1000 Punkte sind die Aktien sicher Müll. In diese drei Klassen werden Aktien eingeteilt.

Kursverlauf und Handelsvolumen
Ungewöhnlich hohe und spitzenförmig verlaufende Kurse sowie Handelsvolumina deuten bei der Aktien-Auswertung darauf hin, dass der Kurs zu diesen Zeiten angetrieben wurde. Die Auswertung von Handelsvolumen und Kursgeschehen wird im Pushindikator abgebildet, der die kritischen Abweichungen im Kurs- und Handelsgeschehen und somit den Pushverdacht kenntlich macht. Der Pushindikator ist ausgedrückt als Pushstärke(%) mit drei Angaben für: die mittlere Pushstärke und die maximale Pushstärke über die gesamte Zeit sowie die mittlere Pushstärke während des letzten Pushings.

Aber Achtung: der Pushindikator [Pushstärke] beweist per se nicht, dass es sich um eine Pusheraktie handelt. Kursauftriebe finden bei allen Aktien – auch bei blue chips – statt, wenn einer Aktie besonders gute Perspektiven bestätigt werden. Das kann man am Beispiel der Deutschen Telekom Aktie verdeutlichen.

Als der Kurs im Jahr 1999 explodierte, wurde dies vom Pushindikator eindeutig angezeigt. Allerdings lag die Ursache nicht bei unseriösen Aktienpushern, sondern am übertriebenen Marketing der Deutschen Telekom. Es kommt auf den Kontext an. Helfen tut es den Aktionären in keinem Fall: sie erleiden bei gepushten Kursen stets Verluste.
Generell gilt: praktisch jede Aktie zeigt Pushindikationen, und zwar immer dann, wenn die Bullen – aus welchem Grund auch immer – zu laufen beginnen. Nur, die Pushindikation bleibt bei seriösen Aktien deutlich unter den Werten von Pusheraktien und das Handelsvolumen verläuft bei seriösen Aktien wesentlich harmonischer, während es bei Pusheraktien zu übergroßen Ausschlägen kommt. Schon unter diesem Aspekt hilft der Pushindikator sehr gut, Pusheraktien zu identifizieren. Erst recht gelingt eine eindeutige Identifizierung zusammen mit den folgenden Auswertungen.
Finanzdaten
Die Finanzdaten verdeutlichen, ob das Unternehmen „etwas auf den Rippen“ hat oder eher eine Luftnummer ist. Dazu reichen die Schlüsselgrößen Jahres-Gewinn/Verlust (Profit), harte Vermögenswerte (Cash und Net Assets, i.e. Vermögensgegenstände aus property, plant and equipment) und das kumulierte Defizit. Sie bilden mit ihrem Anteil am Gesamtvermögen am Klarsten die Werthaltigkeit des Unternehmens ab. Je geringer der Anteil der harten Vermögenswerte und je größer das kumulierte Defizit, desto miserabler ist der Zustand des Unternehmens und desto geringer ist die Chance auf einen nachhaltigen und starken Aktienkurs. Immer wird die Unternehmensbilanz mit der eines durchschnittlichen Mittelständlers (kmU) verglichen, um das Unternehmen in seiner Größenordnung beurteilen zu können. Die Daten der Aktien-Auswertung offenbaren:
- Verlust statt Profit oder nur geringer Profit steht für Erfolgslosigkeit.
- Zu niedriger oder auch zu hoher Cash-Bestand in der Bilanz und wenig werthaltige Güter (Net Assets) weisen auf mangelnde Geschäftstätigkeit.
- Hohes Defizit, besonders je höher das Defizit über dem Bilanzvolumen liegt, zeigt die Dimension der Geldverbrennung und der Erfolgslosigkeit.
- Je kleiner das untersuchte Unternehmen im Vergleich zu einem Mittelständler ist, desto schlechter sind seine Erfolgschancen.
Treffen bei diesen vier Punkten die negativen Ausprägungen zu, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Pusheraktie.
Akteure, Engagement und Netzwerk
Akteure sind die Namen von Personen, die im Management oder Board von Unternehmen verzeichnet sind. Erhoben wird die Anzahl von Nennungen im Netzwerk des untersuchten Unternehmens. Ausschlaggebend sind dabei nicht die Personen selbst, sondern wie hoch ihr Engagement in verschiedenen Firmen ist. Je höher die Zahl der Engagements aller beteiligten Akteure ist, desto größer der Verdacht auf das Vorhandensein von Pusheraktien in diesem Netzwerk. Insofern zählen nicht Details der Darstellung, sondern die Grafik soll einen optischen Gesamteindruck über die Größe des Netzwerks liefern.
Werbung
Verschiedene Medien werden von Emittenten für Werbung bezahlt und preisen deren in der Regel manipulierte Aktien entsprechend stark, teilweise über den grünen Klee. Diese Art von Werbung ist ein klares Indiz, dass es sich um Pusheraktien handelt.
Klassifizierung
Auf Grund der Aktien-Auswertung dieser vier Kriterien erfolgt die Klassifizierung einer Aktie. Die Auswertung und Klassifizierung erfolgt seit Februar 2025 vollständig regelbasiert und ist meinungsfrei. Die Aktienklassen Müll-, Pusher und Standardaktien lassen sich im unteren PushScore-Segment (<120) und im oberen (>1.000 Punkte) eindeutig trennen, während im mittleren Segment zwischen 120 und 1.000 Punkten alle drei Aktienklassen anzutreffen sind. Das sieht man auch im Mapping der Aktien.
